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Theater für den Frieden : eine neue Methode zur Animation der Friedensarbeit

Kamerun

 

Theater für den Frieden : eine neue Methode zur Animation der Friedensarbeit

( CIPCRE)


 

 

 

Inhalt

 

 Kontext

  • Ziele
  • Ergebnisse
  • Durchgeführte Maßnahmen

 

Kontext

 

 Am Golf von Guinea gelegen, hat Kamerun eine Ausdehnung von 475000 km2. Die Bevölkerung wird auf über 20 millionen geschätzt mit einer Zuwachsrate von 2,6 % pro Jahr. 50,6% davon sind Frauen, 62,2% der Bevölkerung sind unter 25 Jahre alt. Diese Kinder und Jugendlichen suchen Nahrung, Ausbildung und Arbeit in einem Land, dass von wachsender Armut geprägt ist.

 Friedensarbeit in Kamerun ist Friedenssicherung. Die Konflikte laufen unterschwellig, es besteht jedoch die Gefahr eines offenen Ausbruchs wie die Jugendunruhen im Jahr 2008 in Bafoussam gezeigt haben.

 Obwohl die politische Situation, abgesehen von den Jugendrevolten gegen Teuerungen 2008, politisch stabil scheint, verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage zunehmend.

 Ein großer Teil der gut ausgebildeten Jugendlichen versucht das Land zu verlassen um in Europa, Kanada oder den Vereinigten Staaten Arbeit zu finden. Auch die illegale Immigration ist für viele ein Versuch die trostlosen Lebensbedingungen hinter sich zu lassen. Diese Situation ist eine Gefahr für das Land, da Kamerun auf die jungen Menschen und ihren Willen zur Veränderung und zur Schaffung einer besseren Zukunft angewiesen ist. Zudem bringt die gesellschaftliche Umwälzung eine tiefe Kluft zwischen den alt hergebrachten, traditionellen Werten der Erwachsenen und den westlich orientierten Jugendlichen mit sich. Es herrscht große Verunsicherung und Angst. In dieser Situation ist es wichtig, die jungen Menschen zu unterstützen und ihnen Möglichkeiten an die Hand zu geben, ihren eigenen Weg zu finden und zu einem Wandel beizutragen, der auf sozialer Gerechtigkeit, Frieden und Vertrauen aufbaut.

 Dazu hat CIPCRE mit Hilfe von BROT FÜR DIE Welt und der Mitarbeiterin des  ZIVILEN FRIEDENSDIENSTES 2012 das Programm „Theater für den Frieden“  ins Leben gerufen, dass sich nicht nur an den internen Bedürfnissen zur Weiter- und Ausbildung der Organisation und ihrer Partner orientiert, sondern auch die afrikanische  Tradition der mündlichen Wiedergabe und des körperlichen Ausdrucks aufnimmt. Die Arbeit mit dem Medium Theater ermöglicht es sich besser kennen- und ausdrücken zu lernen, Grenzen spielerisch zu erfahren und zu überwinden, Fähigkeiten zu Kommunikation zu entdecken und zu entwickeln und Teamgeist und Kooperation zu schulen. Theater ist eine universelle Sprache, die in Verbindung mit Musik, Gesang und Tanz die Möglichkeit schafft  Geschichte und Geschichten zu erzählen, lebendig werden zu lassen und Veränderungen herbei zu führen.

 Theater für den Frieden bietet ein Konzept zur  nachhaltigen Sensibilisierung, Erziehung und persönlichen Entwicklung der Teilnehmer, ganz in dem Sinne des  vom Generalsekretär der UNO für 2013 zum Internationalen Tag des Friedens herausgegebenen Mottos:“Es genügt nicht den Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. Sie müssen auch Respekt vor den Anderen und der Welt in der wir leben lernen um so eine gerechtere, offenere und harmonischere Gesellschaft zu schaffen.“

 

Ziele :

 

 Das Projekt « Theater für den Frieden“ hat als übergeordnetes Ziel zur Erhaltung des Friedens in Kamerun beizutragen. Es geht darum die Theaterarbeit  für CIPCRE und seine Partnerorganisationen als Mittel zur Animation, Weiterbildung und zur Kommunikation zu benutzen.

 Im Detail handelt es sich um folgende Aufgaben:

 - Ausbildung und Weiterbildung der unterschiedlichen Partnerorganisationen um Theater als Medium für ihre Arbeit in ihren Bereichen zur Friedensschaffung, zur Information, Aufklärung und Sensibilisierung einsetzen zu können.

 -  Unterstützung der Aufklärungsarbeit von CIPCRE durch die Gründung einer Jugendtheatergruppe, die Szenen zu den Arbeitsschwerpunkten der Organisation entwickelt und aufführt. Für die Teilnehmer ist dies gleichzeitig eine Möglichkeit zur Weiterbildung und persönlichen Entwicklung.

 

ERGEBNISSE

 

 1. Die Partnerorganisationen von CIPCRE im Bereich Umwelt, Interreligiöser Dialog, Frauen-, Kinder- und Jugendrechte  haben an  Theater-Weiterbildungen im Zusammenhang mit unserer Frieden- und Konfliktlösungsarbeit teilgenommen. Zum Abschluss jeder Fortbildung wurden die erarbeiteten Szenen aufgeführt.

 2.  Eine Nachbetreuung der Fortbildungen wird in allen beteiligten Strukturen durchgeführt.

 3. Eine mobile Theatergruppe « TIM » wurde gegründet und arbeitet seit Oktober 2013 zusammen.

 

DURCHGEFÜHRTE MASSNAHMEN

 

Bisher wurden 14 Workshops zur Fortbildung unserer Partnerorganisationen durchgeführt:

-  Im Zusammenhang mit der Verhinderung des Missbrauchs der Witwenriten in Baham (West-Kamerun) wurden mit Vertreter(Inne)n der Witwen, der Notablen und der Chefs der einzelnen Dörfer Szenen erarbeitet, die die Praktiken der Witwenriten bisher und nach der Einführung neuer, humaner Regeln zeigen. Diese Szenen verdeutlichen die frauenverachtenden und entwürdigenden Rituale und helfen eine Änderung herbei zu führen. Sie wurden anlässlich der feierlichen Unterzeichnung der neuen Riten vor großem Publikum aufgeführt.

- Nach 4 tägiger Arbeit führten Studenten des MEPC (Zusammenschluss der evangelischen Studenten Kameruns) aus 9 verschiedenen Universitäten ein 60 minütiges Stück auf, in dem ihre Probleme, Ängste und Hoffnungen thematisiert und in die Geschichte einer fiktiven Familie eingebunden wurden.(s. Fotos am Anfang)

- In Foumban und Foumbot, 2 Städte innerhalb der muslimisch dominierten Enklave des Noon, wurden 2 Workshops mit religiös gemischten Jugendgruppen durchgeführt. In Foumban arbeiteten wir mit unserem Partner des Zivilen Friedensdienstes, AJPCEDES zusammen. In beiden Städten kamen die Jugendlichen aus dem Verband der Dynamique islamique justice paix et sauvegarde de la création und christlichen Organisationen. Es wurden jeweils 4 Szenen entwickelt, die die sozialen Probleme des NOON wie weibliche  Diskrimination,  erzwungene Heirat, Erbschaftsschwierigkeiten, Korruption aber auch ihre Träume von einem Leben in Frieden thematisierten.

 

- 5 weitere wurden mit Lehrern der Grund- und weiterführenden Schulen in West Kamerun durchgeführt, die Partner von CIPCRE  im Bereich Umwelterziehung und Jugendentwicklung sind. Dabei ging es darum, den Lehrern ein Mittel in die Hand zu geben, dass sie für ihren Unterricht und ihre Theatergruppen verwenden können, aber auch um ihnen die Problematik von Gewalt und Diskriminierung im schulischen Alltag bewusst zu machen. Die aufgeführten Szenen umfassten Missbrauch von Autorität, sexuell erkaufte Noten, Korruption sowie körperliche Züchtigung und psychische Erniedrigung der Schüler .

 

- Auch für die Schüler dieser Schulen wurden 2 Seminare durchgeführt, in denen ihre schulische und häusliche Situation thematisiert und in Szenen umgesetzt wurde. In allen Schulen ist Gewalt und sexuell erkaufte Noten ein immer wieder auf-

 tauchendes Thema.

 In allen diesen Veranstaltungen wurden aber auch Szenen zu ihren Vorstellungen von einem Leben in Frieden entwickelt.

 - Eine weitere Theaterfortbildung fand mit den Führern der im interreligiösen Dialog vertretenen Gruppen in Bafoussam statt. Teilnehmer waren evangelische, katholische und islamische Vertreter  sowie Führer der Traditionellen Religionen.

 Mit dem Projekt „Theater für den Frieden“ ist es möglich viele Gruppen zu erreichen, unter anderem auch Viehzüchter und Bauern, die die Schriftsprache nicht beherrschen. Eine solche gemischte Truppe aus Tsinégha erarbeitete  in einem weiteren Seminar Szenen zur Verheiratung junger Mädchen und  zum Konflikt über die Nutzung der Vorhandenen Anbauflächen.

 - Im Rahmen der Zusammenarbeit der verschiedenen ZFD-Organisationen im Kamerun wurde auch ein Seminar „Theater für den Frieden“ zur Schulung der Mitarbeiter der Diözese in Duala (AGEH) durchgeführt.

TIM

 Die Einrichtung der Mobilen Theatergruppe TIM war erfolgreich und seit September  2012 arbeiten 16 Jugendliche an der szenischen Umsetzung der friedensrelevanten Themen mit denen sich CIPCRE befasst. Die Jugendlichen, 8 Junge Männer und 8 Junge Frauen im Alter von 17 bis 27 Jahren, kommen von verschiedenen Schulen und Kirchenorganisationen hier in Bafoussam und wurden mit Hilfe eines Castings ausgesucht. Am 16.Dezember wurden die ersten Szenen die sich mit sexuellem Missbrauch, sexueller Ausbeutung und sexueller Diskrimination auseinandersetzen, aufgeführt. Mittlerweile finden sich 2 weitere Szenen zu Gewalt in der Schule und  dem Konflikt zwischen Bauern und Viehzüchter im Repertoire. Weitere Aufführungen gab es  im Rahmen der „Semaine de la Jeunesse“ im Februar, an Schulen und als Begleitung zu Veranstaltungen diese Themen betreffen. Zur Zeit erarbeiten wir das Stück des kamerunischen Autors Guillaume OYONO MBIA: „ notre fille ne se mariera pas“, in dem es um den Konflikt zwischen traditioneller afrikanischer und westlich orientierter Lebensweise geht.

 Ergänzend ist noch zu vermerken, dass wir mittlerweile in  fast all unseren Fortbildungen und Seminaren Theater als Medium einsetzen, da es uns einen schnellen und direkten Zugang zu unseren Zielgruppen ermöglicht.

 Alle unsere Aktivitäten werden von einem betreuenden Begleitbesuch  abgerundet.

 

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